Roberto Ugolini Vita

Die Geschichte einer Leidenschaft für Schuhe

Das Schuhmacherhandwerk liegt dem Florentiner Roberto Ugolini im Blut, denn er wurde in eine Schuhmacherfamilie hineingeboren. Bereits Großvater und Urgroßvater gingen diesem Beruf nach, seine Mutter führte zudem 40 Jahre lang ein Schuhgeschäft und sein Vater reparierte Schuhe. In seiner Freizeit schaute Ugolini dem Vater über die Schulter und lernte viel von ihm. Mit 25 Jahren eröffnete er sogar selbst eine Reparaturwerkstatt in Due Strade. Doch das war ihm nicht genug: Statt Schuhe anderer Schuhmacher zu reparieren, wollte er diese selbst fertigen. So ging er auf den Meister Primo Vessilli zu, der seine Werkstatt in der Viale Aleardo Aleardi hatte, doch dieser lehnte den Schüler zuerst ab. Roberto Ugolini blieb nach eigener Aussage „duro come un mulo“ – stur wie ein Maultier –, gab nicht auf und erhielt schließlich seine Chance. Er lernte eifrig und die Schuhe, die er selbst fertigte, wurden zusehends besser. Aus gesundheitlichen Gründen musste ihn der Meister eines Tages entlassen und so baute Ugolini erst einmal Schuhe für den Vater, den Bruder und für Freunde, um herauszufinden, ob er sein Fach auch tatsächlich beherrschte. Und das tat er.

So eröffnete er mit einem Freund ein Geschäft in der Borgo Santissimi Apostoli und hörte nicht damit auf, sich Tricks und Kniffe von pensionierten Schuhmachern zeigen zu lassen. Schließlich zog er mit seiner Werkstatt an den jetzigen Standort in der Via dei Michelozzi. Hier entstehen seither auf ganz klassische Weise edelste Maßschuhe. Ugolini nimmt mit Papier und Stift Maß, arbeitet mit Fußprofilen im Sitzen und Stehen, setzt diese Maße auf einem Leisten um und erarbeitet über Probeschuhe die perfekte Passform für den Fuß. Auf solche nach traditioneller Machart hergestellte Schuhe muss der Kunde ein halbes Jahr warten. Viele sind bereit dazu, denn es lohnt sich überaus.